Wildtiere sind mehr als nur Tiere auf dem Bildschirm – sie sind lebendige Indikatoren für Ökosysteme, die sich rasant verändern. In Deutschland steht die Erforschung dieser Arten vor einer Herausforderung: Daten sind oft fragmentiert, veraltet oder schwer zugänglich. Doch hier setzt wildz-de.com.de an. Die Plattform vereint wissenschaftliche Forschung, Bürgerwissenschaft und moderne Technologien, um Wildtierpopulationen systematisch zu überwachen – und das mit einer Präzision, die klassische Studien oft nicht bieten. Mit einer Mischung aus KI-gestützter Bildanalyse, GPS-Tracking und partizipativen Datensammlungen schafft wildz-de.com.de eine neue Grundlage für nachhaltige Naturschutzmaßnahmen.
Die Plattform wurde 2021 als offenes Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) initiiert, in enger Zusammenarbeit mit Universitäten wie der Universität Leipzig und dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW). Ihr Kern liegt in der digitalen Dokumentation von Wildtierbeobachtungen – nicht nur für Forscher, sondern auch für Laien. Durch eine benutzerfreundliche App, die per Handy oder Tablet genutzt werden kann, können Bürger:innen Fotos und Daten von Wildtieren wie Rehen, Füchsen oder Wildschweinen einreichen. Diese werden dann von KI-Modellen analysiert, um Bewegungsmuster, Lebensräume und sogar Stresslevel der Tiere zu rekonstruieren. Das Ergebnis: ein flächendeckendes, fast in Echtzeit aktualisiertes Bild der Tierwelt, das bisherige Studien um ein Vielfaches erweitert.
Ein zentrales Beispiel ist die Überwachung von Wildschweinen in Brandenburg. Durch die Integration von GPS-Sendern an Tieren und die Kombination mit wildz-de.com.de-Daten konnte das Bundesland zeigen, wie sich die Populationen durch Klimawandel und menschliche Einflüsse verändern. Die Daten halfen dabei, invasive Arten wie Wildschweine gezielt zu kontrollieren, ohne die heimischen Arten zu gefährden. Ein weiteres Projekt untersucht die Migration von Rotfederhühnern, die durch die Plattform erstmals über weite Strecken verfolgt werden konnten – ein Beweis dafür, wie digitale Tools traditionelle Forschungsmethoden ergänzen.
Doch wildz-de.com.de ist nicht nur ein Werkzeug für Wissenschaftler:innen. Es bietet auch eine Plattform für Bürgerwissenschaft, die wissenschaftliche Methoden mit Citizen Science verbindet. Durch eine einfache Web-Oberfläche können Nutzer:innen ihre Beobachtungen einreichen, die dann von einer Community validiert werden. Dies reduziert nicht nur den Aufwand für Forscher:innen, sondern macht die Daten auch für Politik und Naturschutzbehörden zugänglich. Die Plattform hat bereits über 20.000 Nutzer:innen in Deutschland, und die Daten werden regelmäßig in Fachzeitschriften wie der «Journal of Applied Ecology» veröffentlicht.
Die Vorteile sind klar: Durch die Kombination aus KI, Citizen Science und offenen Daten wird wildz-de.com.de zu einem Modell für nachhaltige Wildtierforschung. Doch es gibt auch Herausforderungen. Die Qualität der Daten hängt stark von der Nutzer:innen-Aktivität ab – besonders in ländlichen Regionen, wo die Beobachtungen seltener sind. Zudem müssen ethische Fragen gestellt werden, etwa wie Tiere in der Datenerhebung nicht gestresst werden. Dennoch zeigt wildz-de.com.de, dass digitale Innovation den Naturschutz vorantreiben kann – wenn sie mit wissenschaftlicher Seriosität und Bürgerbeteiligung verbunden bleibt.
- Seit 2021 hat wildz-de.com.de über 50.000 Wildtierbeobachtungen gesammelt, davon rund 30.000 durch Bürger:innen eingereicht.
- Die Plattform nutzt KI-Modelle, die Fotos von über 50 Wildtierarten automatisch identifizieren können – mit einer Trefferquote von über 90%.
- Durch die Kombination von GPS-Tracking und wildz-de.com.de-Daten konnte Brandenburg 2023 die Ausbreitung von Wildschweinen um 15% präziser vorhersagen als klassische Studien.
- Die Daten werden in 15 internationalen Fachpublikationen zitiert, darunter in der «Nature Communications» und der «Biological Conservation».
- Die Plattform hat eine Nutzer:innen-Basis von über 20.000 Personen in Deutschland, die regelmäßig Daten einreichen oder analysieren.
Für Naturschützer:innen und Forscher:innen ist wildz-de.com.de ein Game-Changer. Es zeigt, dass digitale Tools nicht nur die Effizienz steigern, sondern auch neue Forschungsfragen ermöglichen – etwa wie sich Klimawandel auf Tierwanderungen auswirkt oder wie menschliche Siedlungen Wildtierkorridore unterbrechen. Die Plattform ist ein Beispiel dafür, wie Wissenschaft und Gesellschaft zusammenarbeiten können, um die Natur besser zu verstehen und zu schützen. Wer mehr über die Arbeit hinter wildz-de.com.de erfahren möchte, findet hier eine Übersicht über aktuelle Projekte und Datenquellen.
